nTLD: Du kommst hier nicht rein!

Alle Welt redet von den new Top Level Domains. Unzählige neue Domainendungen hocken in den Startlöchern, um in den nächsten Jahren auf das Internet loselassen werden. So euphorisch die Initiatoren von .cologne, .shop, .gmbh und all den anderen neuen TLD sind, so sehr müssen sie befürchten, dass ihre geliebten Kinder zunächst im world wide web nicht gefunden werden. Denn ob sie im www beachtet werden, entscheiden die Türsteher des Internets, die Browser. Und die sind nicht immer auf dem aktuellen Stand der TLD-Liste.

Das Problem, das die vielen nTLD haben könnten ist, dass Chrome, Firefox oder Internet Exporer bei der Eingabe einer Domain mit eben einer solch neuen TLD nicht erkennt, dass es sich um eine Domain handelt und entsprechend nicht auf die dort hinterlegten Webinhalte verweist, sondern in die Suchfunktion weiterleitet und nur irgendwelche mehr oder weniger relevante Suchergebnisse anzeigt. Die Browser fragen nach Eingabe in das Suchfeld die Public Suffix List ab, in der alle vorhandene Top Level Domains eingetragen sind. Anders als in der offiziellen Liste der Internet Assigned Numbers Authority (IANA) stehen in der Public Suffix List sogar die offizielle Subdomains wie etwa .co.uk gelistet. So weiß jeder Browser sofort, ob es sich bei der Eingabe um eine Domain handelt, auf die weitergeleitet werden soll oder ob es irgendein Suchbegriff ist, zu dem Suchergebnisse gefiltert werden sollen.

Die Public Suffix List ist eine Liste, die von der  gemeinnützigen Mozilla Foundation aktuell gehalten wird. Die offiziellen Registries der TLD können dort ihre TLD und Subdomains eintragen lassen. Das Problem ist aber, dass diese Liste nicht aktuell gehalten werden kann. Modzilla braucht eine gewisse Zeit, um die Einträge zu prüfen. Es kann auch vorkommen, dass Registries zu spät ihre neuen TLD und Subdomains melden. Dann müssen auch die Anbieter der Browser erst einmal diese Liste in ihrer Software aktualisieren. So kann zwischen dem Auftritt der neuen TLD und der Berücksichtigung im Browser einige Wochen oder sogar Monate bestehen. Keine guten Voraussetzungen für die Vermarktung der nTLD. Es bleibt abzuwarten, wie diese Problematik kurzfristig gelöst wird.

 

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